Karpaltunnelsyndrom – Schmerzen nicht nur in den Händen

In Deutschland erkranken jährlich rund 400.000 Menschen an einem Karpaltunnelsyndrom, wobei die Erkrankung vor allem im Alter zwischen 40 bis 70 Jahren auftritt. Frauen sind bis zu dreimal häufiger betroffen als Männer. Wird das Karpatunnelsyndrom frühzeitig behandelt, können Spätfolgen und operative Eingriffe häufig vermieden werden.

Was ist ein Karpaltunnelsyndrom?

Two palmsDas Karpaltunnelsyndrom, kurz KTS, ist ein weit verbreitetes Nerven-Engpass-Syndrom, bei dem ein Druckschaden am Mittelarmnerv entsteht. Diese Kompression entwickelt sich immer im Bereich der Handwurzel, unmittelbar am unteren Ansatz der Handinnenflächen. Bei einem Karpaltunnelsyndrom ist dieser Tunnel verengt, es entsteht ein Druck auf den Mittelarmnerv, der diesen empfindlichen Nerv schädigt. Dadurch werden Missempfindungen wie Taubheitsgefühle, Schmerzen und eine eingeschränkte Greiffunktion des Daumens und der ersten beiden Finger verusacht. Der fortschreitende Druckschaden führt weiterhin zur Rückbildung der Daumenmuskulatur, die im schlimmsten Fall irreversibel geschädigt wird.

Druck und Überreizung des Mittelarmnerves

Karpaltunnel-SyndromBeim Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um dauerhaften Druck und Überreizung des Mittelarmnerves, medizinisch Nervus medianus. Der Mittelarmnerv mündet in den Bereich der Handwurzel, wo er entlang des Daumenballens unterhalb des sogenannten Karpalbandes verläuft. Der Karpaltunnel, der den Nervus medianus umschließt, ist eine feste, zähe Knochrenrinne, die durch genetische Ursachen oder auch Unfälle und Verletzungen verengt sein kann. Darüber verläuft das Karpalband, eine unflexible Bindegewebsplatte, die den Karpaltunnel schließt. Im zu engen Karpaltunnel werden der Nervus medianus und die ebenfalls durchlaufenden neun Beugesehnen eingequetscht, man spricht dann vom Karpaltunnelsyndrom. Die Entstehung dieses Kompressionssyndroms beruht nicht selten auf anatomischen oder systemischen Gegebenheiten, starkem Übergewicht, Wassereinlagerungen, Stoffwechselerkrankungen oder einseitiger und gleichförmiger Haltung der Hände.

Die Symptome entwickeln sich schleichend

Im Anfangsstadium treten zunächst ausschließlich nachts leichte Missempfindungen auf, die oftmals fehlinterpretiert werden. Anhaltende Taubheitsgefühle entstehen vor allem in Ruhephasen, weil der Mittelarmnerv beispielsweise durch die Schlafhaltung zusätzlich gequetscht wird. Erst im späteren Verlauf der Erkrankung treten schmerzhafte Taubheitsgefühle, Kribbeln und das sogenannte Ameisenlaufen auch im Tagesverlauf auf.

Wird zu diesem Zeitpunkt nicht bereits eine Therapie eingeleitet, verursacht das Karpaltunnelsyndrom im nächsten Stadium starke Schmerzen, die vom Handgelenk bis in den Daumenballen und in den Oberarm ausstrahlen können, das Greif- und Tastvermögen ist dann bereits eingeschränkt, einfachste Dinge, wie das Greifen einer Kaffeetasse misslingen.

Im letzten Stadium des KTS wird die Muskulatur des Daumenballens zusehends weich und kann nicht mehr angespannt werden, bis sie sich schließlich sichtbar zurückbildet. Erkennt der Arzt ein Karpaltunnelsyndrom sehr früh, können konservative Behandlungsmethoden zum Erfolg führen. In den meisten Fällen muss das Karpaltunnelsyndrom, das häufig beidseitig auftritt, jedoch chirurgisch behandelt werden.

n/a